3 Gründe, warum Barzahlung gut für die Kaufkraft ist

Kreditkarten haben sich nach der weltweit ersten „Diners Club“ Kreditkarte 1949 seit Jahren als Standard-Zahlungsmittel etabliert. Nahezu jeder besitzt eine, meistens mehrere Kreditkarten. Die Kartenzahlung ist bequem und die Beträge werden erst einen Monat nach Zahlung abgebucht. Wo ist also das Problem?

Bargeld ist mehr wert als Plastikgeld

Da ist zum einen der so genannte „Disagio“, eine Gebühr von 3% bis 5% jeder Kartenzahlung, die der Verkäufer an die Kreditkartengesellschaft abführt. Selbstverständlich ist diese Gebühr nach den Gesetzen der marktwirtschaftlichen Preisfindung im Verkaufspreis enthalten. Dadurch werden im Prinzip alle unsere Einkäufe teurer, und zwar egal ob wir im Einzelfall per Karte bezahlen oder nicht. Umgekehrt gesehen lässt sich bei Barzahlung größerer Beträge relativ leicht ein Rabatt heraus handeln.

Der Begriff „Kaufkraft“ bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre diejenige Gütermenge, die mit einer Geldeinheit gekauft werden kann. Demnach besitzt Bargeld also einen höheren „Wert“ als Plastikgeld und sorgt damit eben für höhere Kaufkraft.

Kartenzahler geben mehr Geld aus

Es ist zudem erwiesen, dass Kunden, die mit Kreditkarte zahlen, mehr Geld ausgeben als bei anderer Zahlungsweise. Beispielsweise wirbt ein Kreditkartenunternehmen so für Akzeptanz im Handel:

Im Allgemeinen geben Kreditkarteninhaber bei Einzelhändlern mehr als mit jedem anderen Zahlungsverfahren aus. Die verzögerte Abbuchung ermöglicht deutlich größere Flexibilität bei der persönlichen Ausgabenplanung und schafft zusätzliche Kaufkraft. Die Zahl der Spontankäufe, die Verbraucher mit Bargeld oder Schecks nicht oder seltener machen können, ist bei Kartennutzern entsprechend höher.

Richtig in dieser Aussage ist sicher, dass die Zahl der Spontankäufe durch den Einsatz von Kreditkarten steigt. Fraglich ist allerdings, ob ein Spontankauf – am Ende ohne ausreichende finanzielle Reserven – den eigentlichen Zielen des Käufers dient. Denn das „spontan“ ausgegebene Geld steht schließlich nicht mehr für die geplanten, vielleicht wichtigeren Ausgaben zur Verfügung.

Oft genug verleitet das Plastikgeld in der Tasche sogar dazu, mehr Geld auszugeben, als man besitzt, denn das Zücken der Kreditkarte wird gar nicht so recht als Geldausgeben wahrgenommen. (Ich selbst schaue beim Unterschreiben des Kreditkartenbelegs meist noch nichtmal auf die Summe, weil es gefühlsmäßig so wenig mit echtem Geld zu tun hat.) Dann rutscht entweder das Konto in die roten Zahlen, oder Betrag wird in Raten an die Kreditkartenfirma zurückbezahlt. In beiden Fällen sind happige Zinsen – eigentlich immer über 10%, meist sogar deutlich mehr – fällig.

Hier die Definition von Kaufkraft aus der Wikipedia:

Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte bezeichnet man das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen, also denjenigen Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (z. B. Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden.

Die Zinsen zusammen mit den Rückzahlungsraten verringern also die Kaufkraft des Konsumenten, anstatt wie im ersten Zitat behauptet, sie zu erhöhen.

Zinsen bekommen statt bezahlen

Wer vor einer Anschaffung den entsprechenden Betrag beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto anspart, erhält zusätzlich noch Zinsen während der Ansparphase und vermehrt damit sein verfügbares Einkommen, ergo seine Kaufkraft. Ist es nicht viel attraktiver, Raten an sich selbst zu zahlen und dafür Zinsen zu erhalten, anstatt Raten plus Zinsen an die Bank zu zahlen?


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