Mehr Spartipps – nicht nur für Kleingeld

Wer seine Ausgaben den Einnahmen besser anpassen möchte – mit anderen Worten Geld sparen, sei es um einen Kredit zurückzuzahlen oder um Vermögen aufzubauen, erhält häufig den Rat, die vielen kleinen regelmäßigen Ausgaben zu reduzieren, etwa den Kaffee auf dem Weg zur Arbeit zu streichen, Energiesparlampen einzusetzen, und so weiter. Die Amerikaner nennen das den „Latte-Faktor“. Auch ich habe gerade erst 12 einfache Spartipps in der Richtung veröffentlicht. Auf diese Ausgaben zu achten, ist gut und richtig, denn übers Jahr gerechnet kommen da ganz nette Sümmchen zusammen.

Wenn man aber mal eine Zeitlang ein Haushaltsbuch führt und schaut, welches die größten Ausgabenfaktoren des eigenen Budgets sind, eröffnen sich noch ganz andere Sparpotentiale.

Miete:
Für die meisten Menschen stellt die Miete für Wohnung oder Haus jeden Monat den weitaus größten Ausgabenanteil dar. Laut Mieterbund geben die Deutschen im Schnitt 28,3% ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten aus. Wenn ich jemandem aus anderen Teilen Deutschlands erzähle, was unsere Münchner Wohnung an Miete kostet, ernte ich regelmäßig entsetzte Blicke. Gerade wegen des hohen Anteils lässt sich dabei natürlich auch am meisten sparen. Wenn das Geld nicht reicht, solltest Du sorgfältig abwägen, ob Du nicht eine Zeit lang in einer günstigeren Wohnung leben kannst, bis die finanzielle Situation wieder besser ist. Natürlich ist ein Umzug aufwendig, kostet sicher auch Geld, aber wenn Du eine Wohnung findest, die statt 800 Euro nur 500 kostet, hast Du 3.600 Euro mehr im Jahr, um Schulden abzuzahlen. Empfehlung: Wenn die derzeitige Wohnungsmiete deutlich mehr als 35% des Einkommens kostet, ist ein Umzug ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Nebenkosten:
In den letzten Jahren sind die Preise für Heizöl und Gas so stark gestiegen, dass sie inzwischen die Inflation auf den höchsten Wert seit 13 Jahren getrieben haben. Die Nebenkosten machen im Schnitt in Deutschland fast 30% der Mietbelastung aus. Auch hier also deutliches Sparpotential. Zum einen natürlich durch sparsamen Umgang mit Energie und Wasser: Heizen auf nicht zu hohe Raumtemperatur und nur in den Räumen, in denen sich jemand aufhält. Vernünftiges Lüften, also nicht Fenster stundenlang „auf Kipp“ sondern Stoßlüften. Elektronische Geräte ausschalten statt „Standby“ laufen zu lassen, Energiesparlampen und Elektrogeräte mit hoher Energieeffizienz verwenden. Öfter Duschen statt Baden und Wasch- und Spülmaschine erst bei optimaler Füllung einschalten. Eine EU-Studie rechnet aus, dass ein typischer deutscher Haushalt durch effizientere Energienutzung bis zu 1.000 Euro im Jahr sparen kann. Auf der Webseite der Deutschen Energie-Agentur wird eine sehr interessante Broschüre zum Thema Energiesparen angeboten.

Eigenes sparsames Verhalten bringt viel, zusätzlich aber kann ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters eine Menge Geld sparen. Hier hilft ein kostenloser Vergleich der Stromanbieter in Deutschland, das beste Angebot zu finden. Zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter kommen leicht nochmal bis zu 200 Euro Unterschied zusammen.

Zigaretten:
Alle wissen, dass Rauchen ungesund ist, und nach Einführung der neuen Nichtrauchergesetze macht es sowieso kaum noch Spaß… Aber Hand aufs Herz – wer hat schonmal ausgerechnet, was er jeden Monat für die Kippen ausgibt? Bei mir waren das 2004 – mit etwa einer Schachtel täglich – deutlich über 100 Euro monatlich. Ich habe dann einen Handel mit mir selbst gemacht und von einem Tag auf den anderen komplett aufgehört, um von dem Geld mein neues Auto, einen Mini, zu finanzieren. Und ich habe die Zigaretten nicht einen Tag lang vermisst! Wenn Du auch Deiner Gesundheit was Gutes willst und noch dazu 1.500 Euro jährlich sparen willst – dann hör doch auch auf. Es funktioniert nach meiner Erfahrung am besten ganz ohne Hilfsmittel wie Nikotinpflaster oder Tabletten, weil das Aufhören im Kopf beginnt. Die Hilfsmittel kosten nur auch wieder Geld. Der Focus beschreibt ein 10-Schritte Programm, das ganz sinnvoll klingt. Ich persönlich habe Allen Carrs Buch „Endlich Nichtraucher!“ gelesen und fand es hilfreich, aber ich weiß, dass dieser „Psychokram“ nicht jedermanns Sache ist.

Auto:
Der Deutschen liebstes Spielzeug, das Auto, verursacht ebenfalls jeden Monat hohe Kosten. Bei der Kfz-Versicherung gibt es riesige Unterschiede, da kann das teuerste Angebot leicht doppelt so viel kosten wie das günstigste, hier lohnt ein Vergleich auf jeden Fall. Je nach Versicherung ist eine Ersparnis von 1.000 bis 2.000 Euro leicht zu erreichen. Ein Wechsel ist immer zum 30. November oder bei Preiserhöhungen möglich. Zudem lässt sich durch sparsamere Fahrweise ebenfalls eine Menge Geld einsparen, was viele nicht wahrhaben wollen. Mein Wagen verbraucht 7 Liter, wenn ich damit auf der Autobahn unterwegs bin, aber 8 Liter, wenn mein Liebster fährt. Bei kurzen Strecken (und zugegebenermaßen gutem Wetter) kommt bei mir auch mal das Fahrrad oder die Straßenbahn zum Einsatz.

Wenn Dein Geld vorne und hinten nicht reicht, solltest Du überlegen, ob nicht ein günstigeres Modell für den Moment auch den Zweck erfüllen kann. Wenn Du in der Stadt wohnst, kannst Du vielleicht sogar ganz auf ein Auto verzichten und damit einen riesigen Kostenfaktor komplett von Deiner Liste streichen.

Versicherungen:
Der letzte große Batzen, den es zu überprüfen gilt, sind die Versicherungen. Viele Menschen in Deutschland sind falsch versichert, besitzen unnötige oder überteuerte Policen. Das ist natürlich Stoff für einen eigenen Beitrag, den ich schon auf der Ideenliste habe, aber in aller Kürze hier einige Hinweise: Versicherungen sind dazu da, existentielle Risiken abzusichern, und nicht für jede noch so kleine Eventualität. Kapitallebensversicherungen sind ausschließlich für Leute interessant, die ihre Familie für den Todesfall absichern wollen. Wer eine solche Versicherung als Geldanlage aufgeschwatzt bekommen hat (wie ich vor vielen Jahren), sollte prüfen lassen, ob es nicht mehr bringt, die Versicherung beitragsfrei zu stellen oder auszahlen zu lassen, und die Beiträge künftig anders anzulegen.

Unabdingbar dagegen ist für jeden nach 1961 geborenen eine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn die zahlt der Staat nicht mehr. Krankenversicherung ist ohnehin Pflicht, und auch eine Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Während eine Haftpflichtversicherung bereits für wenige Euro monatlich zu haben ist, fallen für Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung monatlich hunderte von Euro an. Ein Wechsel kann hier richtig Geld bringen. Die Spanne reicht von 12% bis über 16% Beitrag – ich kann Dir nur empfehlen, einmal einen Blick auf die unterschiedlichen Beitragssätze zu werfen. Ich habe vor einem Jahr meine (gesetzliche) Krankenkasse gewechselt und spare dabei jeden Monat über 50 Euro, die ich in eine private Zusatzversicherung stecke. Für alle übrigen Versicherungen, die Du planst abzuschließen oder zu wechseln lohnt ein Online-Versicherungsvergleich.


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