Steuererklärung online erledigen

Leider ist die Einkommensteuererklärung immer noch nicht so einfach, dass sie auf einen Bierdeckel passt. Trotzdem wäre es ein Jammer, darauf zu verzichten, nur weil es etwas Arbeit bedeutet. Denn der Stundenlohn für die Arbeit, die Du in die Steuererklärung steckst, ist normalerweise exorbitant hoch.

Dabei ist es längst nicht so schwierig, wie es zuerst aussieht – Ich habe früher immer selber meine Steuer gemacht, bis ich zusätzlich zu meinem Angestelltendasein noch eine Firma aufgemacht habe. Seitdem habe ich einen sehr fähigen Steuerberater, und meine Empfehlung lautet eindeutig: Ein Steuerberater lohnt sich auf jeden Fall für Selbstständige oder Leute mit komplexen Vermögensverhältnissen (mehreren Immobilien, hohes Vermögen mit Kapitaleinkünften) – da kann er mehr herausholen, als er kostet – Auch wenn ich beim Bezahlen der Rechnung jedesmal schlucke.

Alle anderen „normalen“ Arbeitnehmer sollten sich selbst die Mühe machen. Die Erstellung dauert in diesen „einfachen“ Fällen inklusive Vorbereitung nicht länger als 2 oder maximal 3 Stunden, aber die durchschnittliche Erstattung liegt um die 350 Euro!

Das klingt nach einer lohnenden Sache, aber wo fängt man am besten an?

Wann ist eine Erstattung wahrscheinlich?
Lohnt es sich für Dich, Dir die Mühe zu machen, mit anderen Worten, kannst Du eine Erstattung erwarten? Laut Steuerfuchs ist damit üblicherweise in folgenden Fällen zu rechnen:

  • bei schwankenden Lohnzahlungen im laufenden Jahr, also wenn Dein Gehalt variable Anteile hat oder Du den Job gewechselt hast
  • bei Beginn oder Beendigung der Berufstätigkeit während des Jahres, wenn Du also nicht das ganze Jahr über gearbeitet hast
  • bei Versteuerung des Verdienstes aus geringfügiger Beschäftigung nach Lohnsteuerkarte, also für alle 420 Euro Mini-Jobber
  • bei Vorliegen erhöhter Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro, z.B. für Weiterbildung, beruflich veranlasster Umzug oder doppelte Haushaltsführung
  • bei Sonderausgaben über dem Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 / 72 Euro (Ledige/Verheiratete)
  • bei Geltendmachung von außergewöhnlichen Belastungen – wie Krankheitskosten, Scheidung, Beerdigung von Angehörigen
  • bei Heirat während des Jahres
  • zur Berücksichtigung der Steuervergünstigung für selbst genutztes Wohneigentum
  • bei Bezug von Entschädigungen und Arbeitslohn für mehrere Jahre
  • zur Berücksichtigung von Verlustabzügen aus anderen Einkunftsarten oder aus Vorjahren
  • zur Anrechnung von Zinsabschlagsteuer oder Kapitalertragsteuer

Welche Unterlagen musst Du vorbereiten:

  • Du solltest von Deinem Arbeitgeber einen Ausdruck Deiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bekommen haben, aus der Du die wichtigsten Informationen zu Verdienst und gezahlten Steuern und Sozialabgaben ablesen kannst. (Das ist der Nachfolger des auf die gute alte „Steuerkarte“ geklebten Zettels.)
  • Alternativ: Der Rentenbescheid
  • Wenn Du einen Riester-Vertrag hast, die Anbieterbescheinigung und Deine Sozialversicherungsnummer
  • Belege über Werbungskosten, beispielsweise Berufskleidung und Reinigung, Gewerkschaftsbeiträge, Belege zur beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung, Steuerberatungskosten
  • Weiterbildungskosten, Umzugskosten (wenn beruflich veranlasst)
  • Entgeldbescheinigung für Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Krankengeld
  • Belege für Sonderausgaben: Versicherungsbeiträge, Ausbildungskosten, Zuwendungsbescheinigungen („Spendenquittung“)
  • Belege über außergewöhnliche Belastungen: Scheidungskosten, Krankheitskosten (Zahnarzt, Arzt, Heilpraktiker, Optiker), Beerdigungskosten, falls ein Familienmitglied gestorben ist
  • Heirats- oder Geburtsurkunden, falls es da Änderungen gab, Belege über Unterhaltszahlungen
  • Bei Einnahmen aus Kapitalvermögen, also wenn Du Zinsen für angelegtes Geld bekommen hast: Steuerbescheinigungen und Erträgnisaufstellungen
  • Bei vermieteten Immobilien: Mieteinnahmen, Anschaffungskosten, Zinsen und Reparaturen, Grundsteuer, Wohngeldabrechnungen
  • Rechnungen über „haushaltsnahe Dienstleitungen“, z.B. Putzfrau, Handwerkerrechnungen (muss überwiesen worden sein, Barzahlung wird nicht anerkannt)
  • Sonstige Belege über Einnahmen / Ausgaben, die relevant sein könnten

Wie werden Einkünfte und Ausgaben berechnet?
Für die Berechnung ist noch nicht mal unbedingt eine eigene Software notwendig, wenngleich es eine große Anzahl unterschiedlicher Programme gibt. Die einfachste Lösung ist die Online-Berechnung und Erstellung, beispielsweise mit dem Steuerfuchs. Auf der Webseite ist ein kompletter Steuerratgeber integriert, und Du kannst ohne Registrierung und Kosten Deine Daten unverbindlich eingeben und berechnen lassen. So siehst Du gleich, was Du als Erstattung in etwa erwarten kannst. Die errechneten Werte kannst Du dann entweder von Hand in Papierformulare übertragen – dann kostet dieser Service gar nichts. Oder Du sendest die Steuererklärung gegen eine Gebühr von ca. 15 Euro online ab und musst Dich um nichts weiter kümmern.

Eine Alternative ist die Software „Steuer-Spar-Erklärung“, die Online per Download zu erwerben ist, auf allen gängigen Windows-Rechnern läuft und ebenfalls viele Tipps und einen Leitfaden für die Steuererklärung enthält.


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