Wie man seine Ziele erreicht

Gestern habe ich mir endlich die Zeit genommen, und die „Last Lecture“ des im Juli an Krebs gestorbenen amerikanischen Wissenschaftlers Randy Pausch angesehen. Dieser Vortrag mit dem Titel „Really Achieving Your Childhood Dreams“ ist sein Vermächtnis an seine Kinder, er spricht darin über seine eigenen Träume und ihre Verwirklichung.

Es gibt auch eine deutsch untertitelte Version bei Google Video

Dabei war er „nicht so deprimiert, wie er sein sollte“ darüber, dass er nur noch wenige Monate zu leben hatte. Stattdessen konzentriert er sich darauf, das beste aus der verbleibenden Zeit zu machen: „I’ll keep having fun every day I have left“. Was seinen Vortrag insbesondere so inspirierend statt rührselig macht, ist dass er von der Verwirklichung der meisten seiner Träume in der ein oder anderen Form berichten kann. Das macht für mich ein erfülltes Leben aus: Seine Ziele zu kennen und an der Erreichung zu arbeiten. Der Rest kommt von selbst.

Also, fangen wir doch gleich mal an, her mit dem Notizblock:

  • Was wolltest Du mal werden, als Du noch klein warst? Mit anderen Worten: Hast Du Deinen Traumberuf? Oder war eher der Zufall oder die Umstände schuld? Es ist nie zu spät, hier etwas zu ändern.
  • Was wolltest Du immer schon mal tun, und bist noch nicht dazu gekommen? Einen Baum pflanzen? Die Welt umsegeln? Es wird höchste Zeit, konkret festzuhalten, wann und wie dieser Traum verwirklicht werden soll!
  • Worauf in Deinem Leben bist Du richtig stolz? Ein wirklich gelungenes Foto in der Dunkelkammer selbst vergrößert? Glückliche Kinder? Der Applaus von 500 Leuten nach einem tollen Vortrag? Der Siegtreffer beim Fußball? Jeder von uns hat schonmal das Gefühl erlebt, wenn alles einfach rund läuft. Gleichzeitig ist es ein Fingerzeig, in welche Richtung wir uns orientieren sollten.
  • Wenn Du nur noch ein Jahr zu leben hättest, wie würdest Du diese Zeit verbringen? Das hat selten mit Geld zu tun, oder? Warum nehmen wir uns nicht die Zeit, jetzt so zu leben, wie wir wollen? „Später“ könnte es zu spät sein.
  • Wenn Du nicht für Dein Geld arbeiten müsstest, wie würdest Du Deine Zeit verbringen? Wovor haben wir Angst?
  • Welche Werte sind Dir wichtig? Das sollte nach der Beantwortung der obigen Fragen einfach sein: Familie? Beruf? Abenteuer? Freiheit? Anerkennung? Gesundheit? Bildung? Mach eine Liste von den fünf Dingen, auf die es für Dich wirklich ankommt.

Die Antworten auf diese Fragen halte ich schriftlich fest, und ich bekomme ein ganz gutes Bild über mich selbst und die Dinge, die mir im Leben wichtig sind. Bei jeder größeren Entscheidung im Leben kann ich mich fragen, inwiefern ich meinen Zielen näher komme. Und natürlich macht mich das bereit, die „glücklichen Zufälle“ zu erkennen und zu nutzen, die einem so im Leben begegnen. Denn „Glück“ ist das Zusammentreffen von guter Vorbereitung und der passenden Gelegenheit.

Ich sehe ein, dass man das Beantworten dieser Fragen auch deprimierend finden kann – wenn man sich weit entfernt hat von den eigenen Wünschen und Zielen, und wenn sie unerreichbar scheinen, weil so viel anderes im Weg rumsteht. Dabei sind Hindernisse nur dazu da, zu beweisen, wie sehr ich etwas wirklich will. Und wenn ich weiß, was mir wichtig ist, kenne ich die Richtung, in die ich gehen kann, Schritt für Schritt.

Das können auch sehr kleine Schritte sein. Die Liste mit den 5 Werten gibt einen ersten Anhaltspunkt. Zu jedem der grundlegenden Werte überlege ich mir ein langfristiges Ziel (in 25 Jahren) und ein kurzfristiges Ziel (nächstes Jahr). Beispielsweise habe ich zu meinem Wert „Kreativität“ das langfristige Ziel, einmal ein Fotobuch bei einem angesehenen Verlag zu veröffentlichen. Kurzfristig möchte ich ein Fotoprojekt von A-Z planen und durchziehen. Als nächstes mache ich einen Plan, wie ich das erreichen möchte: Für das kurzfristige Ziel überlege ich, was ich in den nächsten 3 Tagen (Kamerasensor reinigen), nächste Woche (Projektidee entwickeln), jede Woche (1 Stunde am Projekt arbeiten), nächsten Monat (Projektidee prüfen und anpassen) und jeden Monat (Bildauswahl zusammenstellen und im Internet veröffentlichen) tun will. Für das langfristige Ziel vergleichbar: nächste Woche, nächsten Monat, jeden Monat, nächstes Jahr und jedes Jahr.

Das Aufdröseln in solche kleinen Schritte macht mein Ziel viel greifbarer, auf einmal sehe ich viel deutlicher vor mir, was ich tun kann und wie. Ich empfinde es als sehr befriedigendes Gefühl, an etwas zu arbeiten, das mir wirklich etwas bedeutet.


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